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Über den Blog

In diesem Blog möchte ich euch einige Sonderfälle zeigen, ein paar Tipps geben und gelegentlich Pflanzen vorstellen, die bei (häufigen) Dreadproblemen oder einfach nur gängigen (Haut)Problemen gut helfen können.

Mein Blog kann keinen Arztbesuch ersetzen.

Pflege

Dreadlocks Posted on Tue, July 17, 2018 10:56:39

Vor einer Weile hat M. eine sehr umfangreiche Pflege bekommen. In ca. sechs Stunden habe ich seine Dreads komplett gehäkelt und spontan die Spitzen verschlossen.



Aktuelles Juli ’18

Allgemeines/Neugikeiten Posted on Thu, July 12, 2018 00:04:41

Momentan habe ich noch mit meiner Sehnenscheiden-/Schleimbeutelentzündung zu kämpfen. Es wird wohl leider nichts, im August wieder einzusteigen, vereinzelte Termine nehme ich aber an (höchstens einen pro Woche – lieber seltener). Ich hoffe ihr habt noch eine Weile Geduld und trotzdem einen schönen Sommer! 🙂



Dreads in Afroshops

Dreadlocks Posted on Thu, July 12, 2018 00:00:42

In diesem Beitrag soll es speziell um
meine Erfahrungen mit Afroshops bei europäischem Haar gehen. Es ist
nicht so, dass ich generell der Meinung bin, das Afrodreader nicht
wissen was sie tun – es passt nur einfach nicht zu jeder
Haarstruktur.

Nun denn… Eines Tages bekam ich eine recht
zurückhaltende Nachricht, ob ich mir mal die drei oder vier Monate
alten Dreads ansehen könnte, die müssten mal vernünftig
überarbeitet werden, es wäre wohl ein totales Chaos. Sie hat mir
ein bisschen von der Erstellung geschrieben, auch, dass sie ihre
Dreads hier im Afroshop hat machen lassen, das teilweise mit Wachs
gearbeitet wurde und sie eigentlich keine Ahnung hat was da genau
gemacht wurde. Soweit, so gut, ich mag Herausforderungen und hab’ mir
nichts weiter dabei gedacht. Wir haben ziemlich schnell einen Termin
gefunden und ich bin zu ihr gefahren.

Als ich ankam und ihre Dreads gesehen
habe war ich schockiert. Ich habe selten so schlimme Dreads gesehen,
wenn, dann nur die von vermeintlich Obdachlosen. Ihre Dreadlocks,
sofern man sie so nennen konnte, waren eine Masse. Ihre
schulterlangen Haare waren bis zu den Ohren! zu einem Knäuel
verfilzt aus dem einzelne Strähnen (= offene Spitzen der Dreads)
herausguckten. Ich habe fast eine dreiviertel Stunde nur Dreads
auseinandergezogen und geschnitten bevor ich halbwegs eine Einteilung
erkennen konnte. Die wiederum war nicht schlecht. Es muss sehr
wehgetan haben und dieses Gefühl wünsche ich wirklich niemandem –
vor allem keine fünf Stunden am Stück.

Ein weiterer Punkt, der mich sehr
irritiert hat: Ihre Dreads waren am Ansatz etwa fünf bis sieben
Centimeter weit geflochten. Weder sie noch ich wissen bis heute wieso
das gemacht wurde – schön ausgesehen und Problemlos gefilzt hat es
jedenfalls nicht.

Außerdem wurde mit extrem viel Wachs
gearbeitet. Für afrikanisches Haar mag das kein Problem sein, für
europäisches gedreadetes Haar ist es mehr oder weniger der Tod.
Obwohl sie extrem dickes, gelocktes Haar hat, hat das Wachs auf
ganzer Linie versagt. Ihre Dreads haben sich angefühlt als hätte
man in Schmieröl gefasst; jeder, der selbst mal Haarwachs verwendet
hat kennt das Gefühl – stellt es euch noch 10mal schlimmer vor und
das dauerhaft (Das Wachs, das zum dreaden verwendet wird, lässt sich
kaum noch auswaschen. Sie hat es später mit Tiefenreinigungsshampoo,
Spülmittel und mehreren Tiefenreinigungen über Monate hinweg
versucht, das Wachs blieb hartnäckig und am Ende waren ihre Dreads
hart wie Steine; sie musste sie leider abschneiden.). Jedenfalls
wurde ihr empfohlen, das Wachs auch zur Nachpflege zu benutzen.
Natürlich macht man erst mal was einem vom Profi empfohlen wird,
wenn man sich nicht auskennt, sie hat also mit Wachs nachgepflegt und
die Fusselhaare damit „angelegt“ (angeklebt trifft es besser),
ungefähr einmal in der Woche über drei Monate hinweg.

Mit viel! Geduld und Schmerzen, wunder
Kopfhaut und zerstochenen Fingern haben wir es in fünf Stunden
geschafft, das Chaos halbwegs zu richten. Leider nicht zu unser
beider Zufriedenheit – schließlich war das Wachs noch drin und
ihre Dreads damals schon sehr fest.

Nach diesem Termin war vorerst alles in
Ordnung. …für zwei Monate. Sie meldete sich wieder, ihre Dreads
würden schon wieder fast so aussehen wie beim letzten Mal, sie käme
selbst nicht hinterher und ob ich im nächsten Monat Zeit hätte.
Termin ausgemacht, hingefahren, alles ging von vorn los. Ich habe
seitdem nie wieder
solche Haare gesehen. Weder die Struktur, noch die Filzfreude ist mir
je wieder in die Finger gekommen. Zum einen beneidenswert, zum
anderen super anstrengend. Sie hat mir erzählt, dass der Termin
damals eigentlich für eine Freundin gewesen war, die allerdings
kurzfristig keine Zeit hatte und da hätte sie ihn sich geschnappt.
Als ich mir die Haare der Freundin angesehen habe, haben wir alle
übereinstimmend festgestellt, dass es wohl unr zu ihrem besten war,
nicht zu dem Termin gegangen zu sein (Ihre Haare sind das genaue
Gegenteil von denen meiner Kundin, sehr dünn, sehr fein – auch
sowas habe ich seitdem nicht mehr gesehen).

Der
zweite Termin lief schon ein bisschen besser. Es ging ein bisschen
schneller, war ein bisschen weniger anstrengend und ein bisschen
weniger schmerzhaft für alle. Das Wachs war natürlich immer noch in
den Haaren. Ich hab ihr die Rezepte für Tiefenreinigungen gegeben,
Shampoos empfohlen und sie meinte, zur Not würde sie Spülmittel
probieren. Gesagt, getan – nichts ist passiert.

Beim
dritten Termin ist nicht viel passiert – es hat wieder ausgesehen
wie beim letzten Mal, es war wieder verklebt und die Dreads waren
steinhart. Alles Shampoo und Spülmittel hat nichts gebracht,
rauskämmen ging auch nicht mehr. Leider musste sie sich ihre Dreads
kurz vor dem vierten Termin abschneiden, weil zu den harten Dreads
auch noch extreme Schlaufen dazu kamen – der geflochtene Teil hat
angefangen zu Filzen und sich „zusammenzuziehen“. Dummerweise
habe ich bei dem zweiten und dritten Termin kaum Bilder gemacht, aber
ich denke man sieht trotzdem was ich meine…

Die
Bilder 1-6 sind von Termin 1

Die
Bilder 7-8 sind von Termin 2

Die
Bilder 9-11 sind von Termin 3



Do’s/Dont’s

Dreadlocks Posted on Mon, June 11, 2018 18:18:13

In meinem ersten Beitrag möchte ich ein, meiner Meinung nach sehr wichtiges Thema ansprechen. Um die richtige Dreadpflege und -erstellung hört man die wildesten Gerüchte. Einige schwören auf tägliches häkeln, andere darauf, es komplett sein zu lassen. Einige schwören auf ständiges austrocknen durch Kieselerde und Meersalz, andere auf Haarkuren nach dem Waschen und andere Pflegeprodukte. Einige darauf, sich alle zwei Tage die Haare zu waschen, andere sagen alle 7 Tage und noch andere waschen sich ihre Haare nur alle paar Wochen oder sogar nur alle paar Monate.

Man sieht: Jeder hat viel zu allem zu sagen. ABER: Man darf nicht pauschalisieren. Auch nicht bei Dreadlocks. Grundsätzlich gilt, in allen Bereichen deines Lebens, auch bei deinen Haaren: Mach, was du für richtig hältst und was sich für dich gut anfühlt. Es gibt kein Richtig und Falsch, auch nicht bei Dreads. Wenn die Haare einmal in diese Form gebracht wurden werden sie filzen, ob du nun wöchtentlich eine Pflegekur nach dem Waschen reinmachst oder es lässt, ob du Kieselerde benutzt oder nicht und ob du häkelst oder darauf verzichtest. Etwas anderes als Filzen bleibt ihnen nicht übrig, mehr können sie in dieser Form nicht tun.

So weit, so gut. Trotz dem Text oben werde ich versuchen die einzelnen Themen nocheinmal auseinander zunehmen und etwas zu erklären.

Fangen wir mit der “Vorbereitung zum dreaden” an:
Oft wird dafür Kieselerde empfohlen – auch mir vor einigen Jahren. Gesagt, getan, ging nach hinten los.
Kieselerde trocknet die Haare extrem! aus. Sie ist eines der aggresivsten Mittel, das es für die Haare gibt, von Blondierung mal abgesehen. Sie raut die Haare an, macht sie griffig und sie lassen sich, zugegebenermaßen, gut dreaden. Trotzdem bin ich kein Befürworter. Weder für die Vorbereitung, noch für’s “schnellere Filzen”. Denn, auch wenn es auf den ersten Blick so wirkt, die Dreads filzen nicht schneller, sie verkleben von innen, wodurch sie sich fester anfühlen als sie eigentlich wären. Das merkt man, leider, ziemlich gut beim aufkämmen der Dreadlocks.
Eine weitere Möglichkeit ist Meersalz. Eigentlich wirkt es ziemlich ähnlich, nur vielleicht nicht ganz so extrem. Das Endergebnis ist jedenfalls das selbe – bis auf das Verkleben. Durch Meersalz filzen Dreads tatsächlich ein wenig besser, aber es ist so aggressiv, dass man es keinesfalls auf Dauer verwenden sollte, wenn man weder Kuren noch andere Pflege verwendet. Die Dreads können extrem brüchig werden und sogar abreißen, wenn sie zu sehr austrocknen. Denn – es sind Haare, es bleiben Haare. Sie werden durch die selben Dinge geschädigt wie in offenem Zustand, also Vorsicht bei gewissen Empfehlungen und lieber dreimal nachfragen. 😉
Meine Empfehlung: Wenn du Dreads möchtest, dann reicht es normalerweise aus, deine Haare eine Weile vorher nur mit silikonfreiem Shampoo zu waschen und am Tag vor dem Termin bei der Haarwäsche die Pflegespülung/-kur wegzulassen. Möchtest du trotzdem Kieselerde und Meersalz verwenden, achte darauf, deine Haare übergründlich auszuspülen. Solltest du an einen Dreader kommen, der auf Kieselerde und Co besteht, sieh dir lieber noch mal jemand anderen an. Sei der Dreader noch so bekannt – deine Haare werden durch den Vorgang der Erstellung genug strapaziert, zusätzliches ist nicht nötig.

Die Haarwäsche selbst ist ein genauso großes Diskussionsthema. Ansich stimmt es, dass es für die Kopfhaut gesünder ist, sie nicht täglich oder alle zwei Tage zu waschen, aber auch hier gibt es Ausnahmen (Krankheiten, bestimmte Berufe, viel Wärme, etc).
Am Anfang wird dir eine Umstellung sicher schwer fallen, vor allem mit offenen Haaren, weil die Kopfhaut sich erst an den neuen Waschrhythmus gewöhnen muss. Das heißt: sie fettet extrem schnell extrem schlimm nach. Das ist aber nicht ungewöhnlich, sondern zeigt nur, dass sie arbeitet und sich wieder “an sich selbst” gewöhnt. Durch dauerndes Haarewaschen wird die natürliche Schutzschicht der Haut und Haare zerstört, beide werden anfälliger. Haare werden brüchiger, die Haut fettet schneller um die fehlende Schutzschicht zu kompensieren.

Am Besten ist es, mit der Umgewöhnung einige Wochen vor dem Dreadtermin anzufangen, da die Kopfhaut beim Termin strapaziert wird, egal, wie vorsichtig der Dreader arbeitet. Ich habe es damals z.B. auf über zwei Monate verteilt. Im ersten Monat habe ich die Abstände von täglich auf alle 2-3 Tage erhöht, dann im nächsten Monat auf etwa alle 4 Tage und in den letzten zwei Wochen bis zu meiner Dreaderstellung habe ich versucht nur einmal pro Woche zu waschen.

Wie schon gesagt sind Salzshampoos kein muss. Sie eignen sich zwar gut für die Kopfhaut, falls es anhaltende Probleme mit Schuppen und Juckreiz gibt – die Ursachen liegen aber meist tiefer und mehr als Symptome bekämpfen wirst du nicht. Dazu wird noch ein extra Beitrag kommen.
Ich empfehle gern Shampoos von Lush, Logona, Khadi und Sante. Benutzen kannst du alles, bei dem dir der Geruch gefällt, solange keine Silikone drin sind ist das kein Problem. 😉 Auch mit Spülungen und Haarkuren kannst du dich austoben, es existieren zwar Horrorgeschichten, dass davon die Dreads wieder aufgehen, weil sie zu sehr gepflegt werden, aber das ist Quatsch. Wenn deine Dreads gut gemacht sind halten sie auch eine Haarkur in der Woche aus. Ich benutze gern Haarkuren von Alverde, entweder die Repairkur oder die Feuchtigkeitskur.

Vorsicht: Haarspülungen pflegen die Haare nicht! Sie machen sie weich und gut kämmbar, mehr nicht. Wenn du deine Haare pflegen möchtest benutze Haarkur!

Du kannst genauso jedes erdenkliche Pflegeöl und jede Pflegecreme benutzen. Natürlich nicht Literweise, aber es ist bei normaler Verwendung kein Problem.
Extrem reichhaltig und eine gute Kur vor dem Waschen ist Sheabutter. Sie sollte gründlich wieder ausgewaschen werden und nicht unbedingt an die Ansätze kommen, sonst wirken die Haare sehr fettig, sonst passiert aber nicht viel negatives.
Kokosöl kann man auch verwenden – aber nur nach dem Waschen auf feuchtem Haar, sonst wirkt es austrocknend.
Jojobaöl ist sehr gut geeignet, auf trockenem wie feuchtem Haar, zieht schnell ein und riecht sehr neutral.

Was das haarewaschen angeht: Einfach ausprobieren. Mehr als ein paar zusätzliche Fussel wird nicht passieren. 😉

Vorerst letzter Punkt: Häkeln
Es gibt wahrscheinlich genauso viele Befürworter wie Gegner, was ich durchaus nachvollziehen kann. Viele bekommen bei der Erstellung gesagt, so auch ich damals…, dass es “gerade am Anfang” total nötig ist die Dreads regelmäßig zu häkeln. Ist es nicht. Es ist anstrengend und greift die Haare an, macht sie brüchig und im schlimmsten Fall zerreißt es sie, was man irgendwann merkt und auch sieht. Dass sich Härchen aus dem Dread lösen ist ganz normal, das gibt es selbst bei 10 Jahre alten Dreadlocks noch. Diese Haare bekommt man nicht weg, die sind da, die bleiben da. Je öfter du deine Dreads häkelst, und ggf Haare zerreißt, umso mehr Härchen werden aus den Dreads herausstehen.
“Palm rolling” ist da weitaus effektiver. Man rollt einen Dread zwischen den Händen, nach dem Waschen zum Beispiel, und legt so die herausstehenden Haare an den Dread an. Irgendwann werden diese dann mit einfilzen und stehen nicht mehr ab.

Bei den Ansätzen ist es eigentlich das selbe, nur wird PR (=Palm rolling) durch “Tight’n’roots” ersetzt. Dabei nimmst du einen Dread etwa zwei Centimeter über der Kopfhaut zwischen Zeige- und Mittelfinger und drückst ihn nach unten. In kreisenden Bewegungen reibst du ihn über die Kopfhaut, bis sich der Ansatz stabiler anfühlt und sich die Härchen leicht verknotet haben. Am Anfang wird das vermutlich nicht sofort klappen, aber nicht aufgeben 😉
Durch TnR (=Tight’n’roots”) sorgst du dafür, dass deine Dreads dicker oder gleichmäßg dick nachwachsen, wie sie erstellt wurden. Es erleichtert das häkeln oder man kann ganz darauf verzichten, wie man es eben angenehmer findet.

Falls du dir gern die Dreads häkeln möchtest benutze am besten eine 0,75mm oder 0,6mm starke Häkelnadel. Aber übertreib es nicht, deine Haare danken es dir 😉

Abschließend kann ich nur wieder sagen: Mach’, was du für richtig hältst und mach es so, wie du dich wohlfühlst. Es gibt keinen Grund sich zu rechtfertigen, weil man eine Pflegekur nach dem Waschen benutzt oder seine Dreads nicht oder selten häkelt. Niemand muss sich dafür rechtfertigen, wieso er seine Dreads alle 3 Tage oder alle 3 Monate wäscht. Wenn du es anders machen möchtest als der, mit dem du dich unterhältst – mach’s anders. Keiner kann darüber bestimmen was du tust. Erst recht nicht bei deinen Haaren.